Und jetzt alle: HOCHZEITS-FOTOS AN DER BRÜCKE!

Dass die Heiratskultur in den USA etwas anders geartet ist weiß ich. Schließlich kennt das ja jedes Kind aus diversen Filmen. Aber was an einem regnerischen Samstag an der Brooklyn Bridge abgeht … das ist höchst erstaunlich.
Von einem Moment auf den anderen (wahrscheinlich existiert hier ein Achtung-Jetzt-Fotos-an-der-Brücke-machen-Timing), war der Park gefüllt mit frisch vermählten Paaren. Ich sage ausdrücklich nicht mit glücklichen, frisch vermählten Paaren, denn ein Hochzeits-Shooting an der Brooklyn Bridge scheint nun wirklich nicht mit Glück gleichzusetzen zu sein.
Die Bräute hetzten auf ihren mehr oder minder hohen Hacken samt Mann von einem View-Point zum anderen. Meist die forsche Braut vorn weg und der leicht bedröppelte Bräutigam hinterher.
In zwei Fällen hätte ich, falls ich Braut gewesen wäre, meinen Bräutigam VOR DER TRAUUNG wieder nach Hause geschickt, damit er sich einen passenden Anzug besorgt und die ungeputzen Straßenschuhe wieder in den Schrank stellt. Alter Schwede (um Bernis Worte zu benutzen)!

Einigen Fotografen war die nackte Angst ins Gesicht geschrieben und ich hatte den Eindruck, sie wussten nicht hin oder her. Zwei Fotografen waren Profis. Das war ihnen deutlich anzumerken. Und den Brautpaaren anzusehen. Gott sei Dank.

Highlight war mit Sicherheit, dass ein Fotograf ein Paar in den groben Kies jagte und es sich auf einen halb verfaulten angespülten Baumstamm setzen musste. So weit, so gut. Können ja ganz interessante Bilder bei rum kommen. Allerdings hatte der gute Mensch nichts vorbereitet. Kein Handtuch oder etwas in der Art. Das Kleid und das Gesicht der Braut sahen hinterher aus wie „saure Gurke“. Nun mussten sie aber auch noch durch den groben Kies einen glücklichen Liebeslauf hinlegen (hier jetzt bitte gedanklich Otto Waalkes dazu schalten). Schließlich wurde auch ein Video gedreht. Dies scheiterte nach 3 Schritten, weil die Braut anscheinend nicht darauf vorbereitet war und nur ihre hohen Hacken dabei hatte. Ich bin froh, dass sie sich nichts gebrochen hat. Großes Kino, sag ich euch. Wir haben über eine Stunde dem bunten Treiben zugesehen ehe wir uns in Richtung NYC Photo Festival verpieselten.

Ich nehme an, einige Paare hatten eine straff gebuchte Hochzeitsreise, da viele Japaner dabei waren. Quasi in Japan gebucht und in New York geheiratet. Ist nur eine Vermutung aber anders kann ich mir dieses Desaster nicht erklären.

Nun kam es aber noch zu einer netten Begegnung mit einem roten Hummer. Und, oh Wunder, die Insassen besassen tatsächlich so etwas wie Geschmack Schrägstrich Stil. Ich weiß, ich weiß … manche finden magenta Seidenkleider mit Raffelung bis in die Achseln super … ich nicht. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Schon gar nicht in Barbie-Land.

9 Gedanken zu „Und jetzt alle: HOCHZEITS-FOTOS AN DER BRÜCKE!“

  1. Vielen Dank ;-)

    Schöne Geschichte. Ich weiß nicht was mehr Porno ist. Die Stretch Limos oder dieser transparente Plastik Regenschirm :-)

    • Wie gesagt, der Regenschirm verursacht zumindest keine Flecken und ich kann mir vorstellen, dass diese Bilder einen gewissen Reiz haben können. Dieser Fotograf machte auch einen professionellen Eindruck. Sehr ruhig und besonnen. Die Limo gehört ja eher zum Alltagsbild. Allerdings in roter Ausführung – großartig. Und anscheinend innen mit Zebramuster ausgestattet. :)))

    • Sieh es mal so: zumindest hatte er was dabei. :o)
      Außerdem passt das Ding hervorragend zur Weste.

  2. sollte ich jemals nach ny kommen, würde das auf jeden fall auf meiner sightseeing-liste stehen. großartig!

  3. Ich schaue fasziniert und staune, dass die Brücke ein solcher Hochzeitsbild-Magnet ist wusste ich nicht. Irgendwie wirken die Protagonisten auf den Bildern ein ganz klein wenig verkrampft ;-)

    • Verkrampft ist wohl genau das Wort, was mir gefehlt hat. Ich wußte das auch nicht. Wir saßen einfach ahnungslos da herum. :)

  4. kreisch!!! die rote limusine und die brautjungfern sind ja geil!!!
    was den fotostress angeht, den brauch gibt es in russland auch. nach der hochzeit erstmal due sehenswürdigkeiten der stadt abfahren und fotos machen. und als ich kind war, brachte mir eine gesehene braut glück (überzeugung). mein papa sagt, ich kann bis heute brautpaare mit dem rückenmark spüren und weiss, wann man wohin gucken muss, um keine zu verpassen. bräute zu sehen mag ich bis heute echt gern!! und hab mich auch deshalb über deine fotostrecke gefreut.

    • Oh, dann haben wir beide ja die nächsten Jahre Glück. Würde sagen, das können wir gebrauchen. :o) Eine hübsche Überzeugung.

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Tanja Deuss


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